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Dänische Nusstorte – Eine Tradition im Hanauerland

Dànischi

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Mit einer Version dieses Artikels in meinem Heimatdialekt

Die in meiner Heimat als „Dänische Nusstorte“ (oder vielmehr „Danischi“, wie sie kurz in unserem Niederalemannisch geheißen wird) bekannte Spezialität vornehmlich aus der Hausbäckerei findet man kaum anderswo. Dabei ist sie einfach herzustellen und macht sich dennoch gut auf jeder Tafel.

Wo übrigens die Bezeichnung „dänische“ herrührt, ist nicht ganz gewiss, zumal das Hanauerland, welches ungefähr dem früheren Kreis Kehl am Rhein entspricht, ziemlich weit weg von Dänemark ist. Und auch dort konnten meine Recherchen kein gleichartiges Rezept finden. Eventuell haben Vorfahren dieses Backwerk aus ihrer nördlichen Heimat importiert. Wer unter den Lesern Näheres weiß, möge gerne einen Kommentar dazu schreiben!

Die Zutaten stammen sämtliche aus der Vorratskammer der einheimischen Bauern: Ölsaaten von Nussbaum oder Haselstrauch, Konfitüre aus den Beeren im Garten, Eier und Mehl früher selbstredend aus eigener Landwirtschaft.

Und so wird sie gemacht – ausgelegt für eine normale 26-cm-Springform

  • In eine Rührschüssel gibt man 75 gr weiche Butter oder Margarine
  • Verrührt diese mit 75 gr Zucker
  • 3 Eier werden geteilt, die Eigelbe mit etwas vom Eiweiß unterrühren
  • 150-200 gr Mehl (Je nach Größe der Eier) mit einem ½ Päckchen Backpulver vermengen und unterkneten.
  • Springform ausfetten und Teig gleichmäßig andrücken (Der Teig ist zum Ausrollen zu weich!) *
  • 200 gr Konfitüre auf dem Boden verstreichen
  • TIPP: Hier eignen sich am besten rote, säuerliche Sorten wie Himbeere oder Johannisbeere – zum einen wegen des Farbkontrasts und zum andern wegen des  Geschmackskontrasts zur Süße des Makronengusses
  • die zurückbehaltenen 3 Eiweiß zuerst zu Schnee steifschlagen (gegebenenfalls unter Zugabe einer Prise Salz)
  • TIPP: Ein guter Spritzer Zitronensaft dazu, dies rundet den Geschmack ab!
  • 75 gr Zucker unter ständigem Rühren einrieseln lassen
  • 75 gr gemahlene Nüsse oder Mandeln unterheben
  • Diese Makronenmasse auf die Konfitüre geben, gleichmäßig verstreichen
  • Backform in die Mitte des Backofens schieben und
  • Bei ca 170°C (bei Umluft reichen 150°C) ca 25-30 min backen

Torte nach dem Backen ca 10 min auskühlen lassen, bevor sie aus der Form genommen wird. TIPP: Bereiten Sie dieses Gebäck am Besten am Vortag zu, damit die Zutaten „gut durchziehen“.

* Anmerkung: Traditionell wird diese Torte ohne Rand gebacken. Ich mache sie aber mit, da die Säure in der Konfitüre die Backform beschädigen kann. Zudem hängt sie weniger an und schaut – das ist natürlich Ansichtssache – wie eine „richtige“ Torte aus.

Und nun die versprochene Version dieses Artikels in meinem Heimatdialekt

Die Schreibweise orientiert sich an Orthal, der „Orthographe alsacienne“, die im Elsass inzwischen von zahlreichen Dialektschreibern angewandt wird. Näheres findet man unter

http://als.wikipedia.org/wiki/Orthal

http://pagesperso-orange.fr/christian.huber/graphie%20alsacienne.htm

Die Speziàlidat üss dr Hüüsbäggeréi, wü én minnere Häämet àls „Dänische Nusstorte“ bekànnd ìsch (odder vilméh „Danischi“, wi sé kùrz ìn ùnserem Nédderàlemànnisch ghääße wìrd)– fìndt mr kümm érigs àndersch. Dodebii ìsch sé äänfàch hèrzestelle ùn màcht sich ìmmer göet ùff jedere Dàfel.

Wü éwarichens d‘ Bezäächnùng „danischi“ herrìéhrt,  ìsch nìt gànz gewìss, zemol s Hanöüerlànd, wü ùngfähr em frèjere Krääs Kahl (Kehl am Rhein ùff Hochditsch) entsprìcht, zìmli wit wag vùn Danemàrk ìsch. Ùn ä dert han minni Recherche kén glichàrtigs Rezapt kénne fìnde.  Evandüall han Vorfàhre sell Bàckwerk üss ihre nerdliche Häämet impordiert. Wer ùnder dr Laser Nahderes wääß, kànn gern ä Kùmmendàr dezöe schriiwe!

D‘ Zöetàte stàmme samtlichi üss dr Vorràtskàmmer vùn de ìnheimische Büüre: Nùsse vùm Bääm odder Hàselstrüch, Schleggel üss de Beere vùm Gàrde, Èier ùn Mahl frèjer nàdirlich üss èjerner Làndwìrtschàft.

Ùn so wìrd sé gemàcht – üssgelèjt fér ä normàli 26-cm-Sprìngform:

  • In ä Riehrschéssel gìbt ma 75 gr wäächi Bùdder odder Màrgarine
  • Verriehrt des mìt 75 gr Zùgger
  • 3 Èier werre gedäält, d‘ Èigaal mìd’eme béssel vùm Èiwiss ùnderriehre
  • 150-200 gr Mahl (je nooch dr Greeß vùn de Èier) méd’eme halwe Paggel Bàckbùlver mésche ùnn ùnderknééde
  • Sprìngform üssfadde ùnn Dääg glichmaßi àndrugge (Dr Dääg ìsch zem Üssrolle ze wääch!)*
  • 200 gr Schleggel uff’m Bodde verstriche
  • Ä ROT: Dodezöe nìmmt ma àm beschde rodi, sierliche Sorde wie Himbeere oder Kànzdriewle – zem ääne waje’m Fàrbkùndràscht ùnn zem àndre waje’m gschmàggliche Kùndràscht zem Séäße vùm Màgronegùss
  • D’ zerùckb’hàldene 3 Èiwiss zéérsch ze Schnee stiffschlaan (evandüall mìd’ere Pris Sàlz)
  • Ä ROT: Ä göeder Sprìtzer Zidronesàft dezöe, des rùndet de Gschmàck àb!
  • 75 gr Zùgger ùnder standigem Riehre inriisle leen
  • 75 gr gemàhleni Nùsse odder Màndle ùnderhewwe
  • Die Màgronemàss uff’m Schleggel glichmaßi verstriche
  • Bàckform ìn d Mìddi vùm Bàchoffe scheäwe ùnn
  • Bii ca 170°C (bii Ùmlùft lànge ää 150°C) ca 25-30 Minüdde bàche

D‘ Tort nooch’m Bàche ca 10 Minüdde üsskeähle leen, eb sé üss dr Form genùmme wìrd.

Ä ROT: Màchen’ Ér des Geback àm Beschde àm Vordàà, demét d‘ Zöetàde göet dùrchziehn.

* Ànmerkung: Tràditionall wìrd die Tort ohni Rànd gebàche. Ich màch sé àwwer mìt, will s Süre ìm Schleggel de Bàckform schàde kànn. Zedém hangt sé wenjer àn ùnn sìeht meh wie ä „rìchdichi“ Tort üss – was nàdierlich Ànsichtssàch ìsch.

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14. Dezember 2008 - Posted by | Rezepte

2 Kommentare »

  1. Hallo Dieter,

    bei der schönen Aufmachung (Deko usw.) stimmt natürlich wieder alles. Und Gelüste kommen da sowieso. Dein Freistetterisch – ALLE ACHTUNG! Du hast nichts verlernt.

    Aber was die Überlieferung des Rezepts angeht, da habe ich eine andere. Meine Mutter hatte die doppelte Menge an Eier, Butter, Zucker und Nüsse verwendet. Habe extra verglichen.

    Gruß
    Rita

    Kommentar von Rita Sänger | 18. Dezember 2008

  2. Hallo,
    ich möchte mich herzlich für das Rezept der „Dänischen“ bedanken. Ich stamme aus dem HAnauerland, kenne die Torte aus meiner Kinderheit, und lebe jetzt in Frankreich. Eine Freundin gab mir Johannisbeeren und ich dachte sofort, an die „Dänische“, fand aber kein Rezept in meinen Büchern, und auch unter „Dänische“ mit Google gab es keine mit Johannisbeeren. Erst als ich genauer suchte unter „Dänische Johannisbeertorte“ , stiess ich auf dieses Rezept. Und gleichzeitig lernte ich, dass es ein typische „hanauerisches“ Rezept ist!!
    Vielen Dank!
    Gruss
    Doris

    Kommentar von Doris Gawron | 7. Juli 2009


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